Umgang mit Grübeln
Es ist kurz nach drei. Schon wieder. Und mein Kopf dreht sich immer noch um dieses Gespräch mit Lisa von letzter Woche. War es letzte Woche? Oder vorletzte? Egal. Der Punkt ist—ich komme nicht davon los.
Diese Pause, bevor sie geantwortet hat. Was hat die bedeutet? War sie genervt? Hab ich was Falsches gesagt?
Mann. Nicht schon wieder.
Kennst du das? Wenn ein Moment einfach nicht aufhört sich zu wiederholen? Wie eine kaputte Schallplatte im Kopf?
Mir hat mal jemand gesagt ich soll „einfach nicht mehr dran denken.“ Ich hab fast gelacht. Ist wie jemandem mit Schluckauf zu sagen er soll einfach aufhören zu hicksen. So funktioniert das nicht.
Aber hier ist was Interessantes: Das ist kein modernes Problem. Menschen liegen schon seit tausenden von Jahren wach wegen ihrer eigenen Gedanken. Römische Kaiser hatten das Problem. Buddhistische Mönche. Chinesische Philosophen. Alle mit dem gleichen Hamsterrad im Kopf.
Irgendwie macht mich das weniger einsam damit.
Das Wort „Grübeln“ ist relativ neu. Was es beschreibt aber nicht. Menschen haben schon gegrübelt bevor es Elektrizität gab. Bevor es Smartphones gab. Bevor es irgendeinen der Gründe gab auf die wir es heute schieben.
Ein paar dieser alten Denker haben Sachen rausgefunden die heute noch helfen. Keine Wunder. Aber Perspektiven die was bringen.
Du bist nicht der Erste, der das trägt
Stimmen durch die Zeit
Vier Leute aus komplett verschiedenen Welten. Einer war steinreich dann verbannt dann wieder reich dann musste er sich umbringen—römische Politik war wild. Einer war Kaiser von Rom. Einer war ein echter Prinz in Indien. Und einer—naja bei dem sind wir nicht mal sicher ob er überhaupt existiert hat. Aber alle hatten das gleiche Problem: Köpfe die nicht stillhalten wollten.
„Wir leiden öfter in der Einbildung als in der Wirklichkeit.“
Seneca — 4 v. Chr. – 65 n. Chr.
Briefe an Lucilius
Seneca hatte ein wildes Leben. Berater von Kaiser Nero—was im Nachhinein keine gute Entscheidung war. Super reich. Dann verbannt nach Korsika. Acht Jahre. Dann zurück. Dann reich. Dann hat Nero ihn gezwungen sich umzubringen. Durch das alles hat er immer wieder geschrieben: Das meiste Leiden passiert im Kopf, nicht im echten Leben. Das Gespräch mit Lisa? Vorbei. Das Leiden das ich mir jetzt mache? Komplett ausgedacht. Ein Horrorfilm den niemand bestellt hat.
„Lass dich niemals von der Zukunft beunruhigen.“
Marcus Aurelius — Selbstbetrachtungen
Marcus Aurelius war Kaiser während Kriegen und Seuchen und Attentatsversuchen. Echte Probleme halt. Nicht Bürokaffee-Smalltalk. Aber sein Tagebuch—privates Zeug das nie veröffentlicht werden sollte—kreist immer wieder um: Lass morgen nicht heute kaputtmachen. Wenn der Typ der das römische Imperium regiert sich daran erinnern muss—dann darf ich vielleicht auch damit kämpfen? Das hilft irgendwie.
Buddha war Prinz. Palast. Diener. Das volle Programm. Ist weggegangen von allem um rauszufinden warum unser Kopf uns so quält. Hat jahrelang unter einem Baum gesessen. Seine Erkenntnis war nicht dass man Gedanken stoppen soll—das ist unmöglich, hab ich probiert. Es ging darum nicht jeden Gedanken wie einen Feueralarm zu behandeln. Manche Gedanken kann man einfach… vorbeiziehen lassen.
„Wir sind, was wir denken.“
Buddha — 5. Jahrhundert v. Chr.
Dhammapada
„Wenn du ängstlich bist, lebst du in der Zukunft.“
Lao Tzu — Tao Te Ching
Lao Tzu—echte Person? Erfunden? Wissenschaftler streiten seit Jahrhunderten. Aber das Tao Te Ching ist definitiv echt und hilft Menschen seit 500 v. Chr. also egal. Seine Erkenntnis: Es gibt nur jetzt. Die Vergangenheit ist nur eine Erinnerung die jetzt passiert. Die Zukunft ist nur Einbildung die auch jetzt passiert. Wenn ich um 3 Uhr nachts über nächste Woche grüble reise ich gedanklich an einen Ort der noch gar nicht existiert. Sein Tipp ist nicht die Gedanken zu bekämpfen. Nur immer wieder zurückkommen zu dem was tatsächlich da ist.
Was sie verbindet
Was sie alle verstanden
Reicher Römer. Kaiser. Prinz. Vielleicht-mythischer Weiser. Verschiedene Jahrhunderte. Verschiedene Kontinente. Konnten sich nicht lesen.
Haben trotzdem das Gleiche rausgefunden.
Mehr denken löst Grübeln nicht. Schneller laufen stoppt das Hamsterrad nicht. Mehr analysieren macht nur mehr das analysiert werden muss.
Was ihnen geholfen hat: Merken wenn Denken aufhört nützlich zu sein. Verstehen dass die meisten 3-Uhr-Sorgen Zeitreisen in Zukünfte sind die nicht existieren. Erkennen dass es dort wo du wirklich bist meistens okay-er ist als in deinem Kopf.
Geht nicht ums Lösen. Mehr ums… Pausieren. Kurz. Hier sein statt überall sonst im Kopf.
Bevor du gehst
Ein Moment für Dich
Dein Gehirn wird weiter Gedanken produzieren. Das macht es halt. Manche werden sich wiederholen. Manche werden dich durch imaginäre Katastrophen zu komischen Uhrzeiten ziehen. Gehirne halt.
Aber vielleicht heute Nacht—probier das. Wenn es anfängt kämpf nicht dagegen. Analysier es nicht. Nur… oh da ist der Gedanke wieder. Wie ein Auto das vorbeifährt beobachten. Löst nicht alles. Gibt dir vielleicht einen Moment Ruhe. Manchmal reicht ein Moment.
Wenn du was Persönlicheres suchst—InnerCalm+ macht das. Keine Standardtipps. Echte Hilfe für genau wo du bist.
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